Verband der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover e.V.
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Jahresbericht 2015

Das Berichtsjahr ist gekennzeichnet von zwei großen Veranstaltungen zusätzlich zum normalen Jahresprogramm und dem seit langem besten Ergebnis was die Zahl der registrierten Fohlen betrifft. Seit 2007 konnte erstmals wieder ein Anstieg der Fohlenzahl notiert werden.

Im Jahr 2015 war der Verband zusammen mit der IG-Classic Veranstalter der FN-Bundesstutenschau für Deutsche Classic-Ponys. Diese Veranstaltung wurde im Juli in Clus auf der Anlage der Familie Grober durchgeführt. Am Tag danach fand an gleicher Stelle die 12. Landesponyschau statt. An dem Wochenende mit den Höchsttemperaturen des ganzen Sommers konnten Hannoversche Ponys von ihren Züchtern und Besitzern bestens in Szene gesetzt werden und belegten zahlreiche vordere Plätze.

Auf der 12. Landesponyschau wurde erstmals der „Dieter-Grober-Preis“ für die Siegerfamilie der Schau vergeben. Dieser Preis ist der Nachfolgepreis für den „Erich-Grober-Preis“ der seit der 1. Landesponyschau im Jahr 1970 insgesamt elfmal vergeben wurde. Gewinner des - 1. Dieter-Grober-Preises – wurde die Familie der Shetlandponys unter 87 cm  von Heinfried Backhaus, Marklohe.

Die übrigen Veranstaltungen wie Hengstvorstellung, zentrale Auswahl der Staatsprämienstutenanwärterinnen, Leistungsprüfung, Junghengstkörung, Nachkörung und Pferd & Jagd liefen in bewährter Form und zum Teil mit kleinen Änderungen ab. Bei der Junghengstkörung wurde der Ablauf etwas verändert. Es gab zwei Schrittringe pro Rasse, die nicht springenden Rassen mussten mit dem Körergebnis nicht bis nach dem Freispringen warten und das Freispringen wurde nach den einzelnen Rassen von der Bekanntgabe der Körergebnisse unterbrochen. Nachfolgende Verbesserungen für das nächste Jahr aufgrund von Vorschlägen aus dem Teilnehmerkreis sind in Vorbereitung.

Die bereits in der Einleitung erwähnte positive Entwicklung bei den Fohlen soll den Blick auf die Statistik eröffnen. Nach acht Jahren mit kontinuierlichem Rückgang wurden 63 Fohlen mehr als im Vorjahr registriert (Tab. 1). Dies entspricht einem Zuwachs von 7,7%. Bei der Betrachtung der Bedeckungszahlen ist festzustellen, dass es von 2013 bis 2014 nur einen Rückgang von 48 Bedeckungen gab und der Rückgang gegenüber 2014 für das letzte Jahr sogar auf 25 zurückgegangen ist (Tab. 1). Es ist eine ähnlich hohe Fohlenzahl für 2016 wie im Berichtsjahr zu erwarten.

Tabelle 1 - Zahl an Stuten, Fohlen und Bedeckungen

2010
2011
2012
2013 2014 2015
neu eingetragene Stuten
399
408
380
364
358
342
registrierte Fohlen
1107
1048
1034
907
815
878
Bedeckungen
1380
1281
1218
1096
1048
1023

Die Zahl der neu eingetragenen Stuten lag mit 342 Stuten nur um 16 unter dem Vorjahresergebnis (Tab. 1).  Ähnlich ist auch die Entwicklung beim Gesamtpferdebestand (Tab. 5). Die Zahl der eingetragenen Hengste hat sich fast gar nicht verändert (-2) und die der eingetragenen Stuten ist nur um 44 zurückgegangen. Gerade auf der Stutenseite hat es in der Vergangenheit deutlich größere Rückgänge gegeben.

Der Rückgang von 96 Mitgliedern entspricht dem unteren Ende des langjährigen Mittels (Tab. 4).

Tabelle 4 Entwicklung des Mitgliederbestandes

Bezirksverein Stand Zugänge Stand Abgänge Stand
1.1.2015 2015 31.12.2015 2015 1.1.2016
Hannover 524 47 571 82 489
SHB 267 23 290 34 256
Lüneburg 378 33 411 46 365
Stade 539 21 560 58 502
Summe 1708 130 1832 220 1612

Zusammenfassend kann man festhalten, dass sich die Bestandszahlen stabilisiert haben und  bei den Fohlen sogar ein positiver Trend festzustellen ist.

Wenn man die rassespezifischen Zahlen vergleicht, stellt man fest, dass viele in der Tendenz gleich bleiben und es nur kleine Veränderungen gibt.

Bei der Anzahl der Fohlen (Tab. 2) liegen mit 296 Fohlen die Islandpferde weiterhin vor den Deutschen Reitponys mit 227. Die Reitponys haben um 33 Fohlen gegenüber dem Vorjahr zugelegt, während 16 Islandfohlen weniger registriert wurden. Bei den Fjordpferden wurden erstaunliche 23 Fohlen mehr registriert und bei den Haflingern immerhin noch 11 mehr. Bei den restlichen Rassen bewegen sich die Schwankungen in einem Bereich von unter 10.  

Tabelle 2 Vorgestellte Fohlen pro Rasse

Rasse Anzahl Fohlen
Vergleich z. Vorjahr
Islandpferd
296
- 16
Deutsches Reitpony
227
+ 33
Shetland Pony < 87 cm
67
+/- 0
Haflinger
51
+ 11
Dt. Classic Pony
41
+ 7
Fjordpferd
39
+ 23
Dt. Pb. Shetlandpony
33
- 2
Shetlandpony
29
+ 3
Welsh - A
15
+ 3
Edelbluthaflinger
14
+ 2
Welsh - B
14
- 4
New Forest
10
+/- 0
Connemara
8
- 2
Mangalarga Marchador
7
- 1
Paso Fino
4
+ 2
Welsh - D
4
- 1
Hackney Pony
3
+ 2
Kiger Mustang
3
+ 3
Dülmener
2
- 4
Kl. Dt. Reitpferd
2
+ 1
Aegidienberger
1
+/- 0
Dartmoor
1
+/- 0
Lewitzer
1
+ 1
Welsh - C
1
+/- 0
Paso Peruano
-
- 1
Tinker Pony
-
- 2
Abstammungszertifikat
5
+ 5
Summe
878
+ 63

Bei den neu eingetragenen Stuten (Tab. 3) ist die Zahl der Reitponys seit 2008 erstmals wieder höher als die der Islandpferde (DR 94 Stuten, Islandpferd  90 Stuten.). Bei den Reitponys wurden 30 Stuten mehr eingetragen als 2014 und bei den Islandpferden 54 Stuten weniger. Erwähnenswert sind noch die Zuwächse von 8 Stuten bei den Shetlandponys und 11 bei den Fjordpferden. Die Fjordpferde sind mit einer Zunahme von 23 Fohlen und 11 Stuten gegenüber dem Vorjahr die Rasse mit dem prozentual größten Zuwachs.

Tabelle 3 Stutbucheintragungen

Rasse
Total (S1, S2 ,V)
Islandpferd
90
Deutsches Reitpony
94
Shetlandpony <87 cm
27
Haflinger
21
Shetlandpony
20
Dt. Classic-Pony
17
Fjordpferd
17
Kl. Dt. Reitpferd
16
Welsh - A
11
Edelbluthaflinger
8
Dt.Pb.Shetlandponys
5
New Forest
4
Connemara
3
Hackney
2
Lewitzer
2
Welsh-B
2
Welsh-D
2
Dülmener
1
Total
342

Beim Gesamtpferdebestand (Tab. 5) haben die Islandpferde 12 Stuten weniger und 12 Hengste mehr als die Deutschen Reitponys und somit haben beide den gleichen Gesamtbestand von jeweils 591 Tieren. Zusammen stellen diese beiden Rassen 55,7% des Gesamtpferdebestandes unseres Verbandes. Die nächst größeren Gruppen sind: alle Sektionen Shetlandpony und Dt. Classic-Pony (Ponys unter 112 cm) mit 372 Tieren (17,5%), Haflinger mit 180 Tieren (8,5%), Welsh-Ponys mit 122 Tieren (5,7%) und den Fjordpferden mit 64 Tieren (3%). Die restlichen ca. 10 % entfallen auf die übrigen 18 Rassen. Auffällig beim Gesamtpferdebestand ist noch, dass der Stutenbestand der Haflinger um weitere 22 zurückgegangen ist. Die Dt. Pb. Shetlandponys haben einen Verlust von 7 Stuten und die Dt. Classic-Ponys einen Zuwachs von 7 Stuten. Die sonstigen Schwankungen bei den anderen Rassen bewegen sich auch im Rahmen von unter 10 Tieren plus oder minus.

Tabelle 5 Pferdebestand nach Bezirksvereinen

Rasse Hannover Südhann.BS Lüneburg Stade Summe Vergl.Vorjahr
H        S H       S H       S H      S H      S H      S
Fjord 5 4 0 13 5 23 2 12 12 52 12 56
Haflinger 8 37 4 33 5 36 3 54 20 160 20 182
Edelbluthafl. 1 3 0 2 0 1 0 14 1 20 1 15
Isländer 25 107 10 47 48 239 26 89 109 482 115 506
M.Marchard. 0 2 0 0 3 11 1 1 4 14 4 13
Paso Peruano 1 1 0 0 0 1 0 2 1 4 0 5
Paso Fino 1 2 0 0 0 0 0 0 1 2 0 2
Aegidienb. 0 0 0 1 0 0 0 0 0 1 0 2
Connemara 1 6 0 1 0 8 4 8 5 23 3 22
Dartmoor 0 1 0 0 1 5 1 0 2 6 1 6
D.Reitpony 53 187 8 39 7 66 29 202 97 494 91 485
New Forest 0 6 1 1 3 17 6 14 10 38 11 36
Welsh-A 4 6 3 7 0 2 2 11 9 26 7 31
Welsh-B 8 17 1 8 0 7 6 17 15 49 19 57
Welsh-C 0 0 0 0 0 0 2 3 2 3 2 3
Welsh-D 1 5 1 4 1 2 0 4 3 15 3 16
Fellpony 0 1 0 2 0 0 0 0 0 3 0 3
Spezialrass. 3 16 0 2 0 3 1 13 4 34 3 35
Kl.Reitpferd 0 2 0 0 0 1 1 4 1 7 1 6
Shetlandpony 4 18 2 9 1 17 10 35 17 79 15 73
Shetl.P<87 7 31 10 22 1 7 8 49 26 109 27 107
D.P.B.Shetl. 5 16 2 13 1 13 3 18 11 60 14 67
D.Classic P. 2 10 5 35 2 6 1 9 10 60 10 53
Am. Mini. Horse 0 0 0 0 1 0 0 0 1 0 1 0
Dülmener 0 0 0 0 2 11 0 0 2 11 2 10
Hackney P. 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 2 4
Kiger Mustang 0 0 0 0 0 0 1 3 1 3 1 4
Lewitzer 0 1 0 0 0 0 0 1 0 2 0 1
Tinker 0 1 0 0 0 0 0 0 0 1 1 2
Pony o. t. Americas 1 0 0 0 0 0 0 0 1 0 1 0
Summe 130 480 47 239 81 476 107 563 365 1758 367 1802

Die Abwärtstendenz in den letzten Jahren scheint endlich fast zu stagnieren und bei den Fohlen gibt es sogar eine Aufwärtstendenz. Trotzdem, oder gerade deswegen dürfen wir uns jetzt nicht zurücklehnen und denken wir haben es geschafft. Es muss versucht werden die Abläufe im eigenen Verband zu optimieren, die Akzeptanz und Zufriedenheit bei den Mitgliedern zu erhöhen und gleichzeitig muss die Entwicklung in Deutschland und Europa beobachtet werden.

Wie von den Mitgliedern beschlossen wird im Jahr 2016 eine zentrale Stutbuchaufnahme für 3- und 4-jährige Stuten mit anschließender Vergabe der Anwartschaften auf den Titel „Staatsprämienstute“ am 3. Juniwochenende in Adelheidsdorf stattfinden. Beim Ablauf der Junghengstkörung wird es sicherlich auch noch einmal kleine Änderungen geben und eventuell wird der Infostand auf der Pferd & Jagd geändert was Besetzung, Größe und Aussehen betrifft.

Die Zusammenarbeit mit den anderen Verbänden in Deutschland ist intensiv und freundschaftlich. Es wird sicherlich wieder eine Körung für Deutsche Reitponys vom Verband der Pony- und Pferdezüchter Hessen mit anschließender Auktion der Ponyforum GmbH geben, ebenso wie die Fohlenauktion der Ponyforum GmbH, der mittlerweile fast alle ponybetreuenden Zuchtverbände in Deutschland angehören. Die Zusammenarbeit zwischen unserem Verband und dem Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/HH in der Körkommission wird selbstverständlich weitergeführt und Schleswig-Holstein wird 2016 Veranstalter der 3. Norddeutschen Stutenschau sein, an der auch die Züchter des Pferdestammbuches Weser-Ems teilnehmen werden. Darüber hinaus ist geplant eine Norddeutsche Haflingerkörung in Münster durchzuführen an der die Züchter aus den Ländern Schleswig-Holstein/Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Weser-Ems, Westfalen, Rheinland und Hannover teilnehmen können.

Durch die Regeln der EU und die Vorgaben der ausländischen Mutterstutbücher wird von den deutschen Zuchtverbänden zur Zeit das Modell eines „Basishengstbuches“ entwickelt in das alle Hengste mit einigen Basisanforderungen eingetragen werden können. Hengste aus Stutbüchern, die keine Leistungsprüfung vorschreiben, werden hier ebenso eingetragen wie Hengste, die keine Körung in unserem Sinne durchlaufen müssen. Die Hengste aus diesem Basishengstbuch können sich z. B:  zusätzliche Qualifikationen (Prämien) durch die Teilnahme an Körungen oder Leistungsprüfungen erwerben. Für die  Rassen aus deutscher Herkunft wird es andere Bedingungen geben.   

Einen neuen Pferdepass wird es 2016 auch noch geben. Von den Tierseuchenbeauftragten der EU wurde vorgeben, dass die Reihenfolge des Inhalts des Pferdepasses so geändert werden muss, dass die tierseuchenrelevanten Seiten weiter vorne im Pass anzuordnen sind und die Seiten mit den zuchtrelevanten Angaben weiter hinten. Einige weitere Änderungen bezüglich des Drucks, der Papierqualität und der genauen Anordnung der einzelnen Kapitel werden zurzeit noch zwischen den Zuchtverbänden und den Behörden abgestimmt.

In den nächsten Jahren werden noch viele Veränderungen auf uns zu kommen; zum einen bedingt durch die Vorgaben der EU und zum anderen durch wirtschaftliche Zwänge. Es wird notwendig werden die bestehenden Strukturen zu überdenken.


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