Verband der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover e.V.
Verband der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover e.V. - Willkommen
Wohin mit dem Mist? 

Das war das Thema des Züchter- und Infoabends der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover. Die Organisation hatte für den BV Stade Werner Bredehöft übernommen. Viele Züchter des Ponyverbandes und Mitglieder der verschiedenen Interessengemeinschaften folgten der Einladung und lauschten dem Referenten Herrn Dirk Kleemeyer vom Landvolk Mittelweser.

In seinem Vortrag ging Herr Kleemeyer zuerst auf die neue Düngeverordnung ein. Es müssen dabei immer das Wasserhaushaltsgesetz, das Strafgesetzbuch, das Düngemittelrecht, die Regelungen in Wasserschutzgebieten und die fachlichen Grundsätze berücksichtigt werden.
Seit 2011 beschäftigen sich EU-Kommissionen mit der Europäischen Wasser-Rahmenrichtlinie und den daraus entwickelten und abgeleiteten Bestimmungen der Düngeverordnung, die im Sommer 2017 in Kraft trat. Das Ziel der Düngeverordnung ist die Verringerung von Phosphor- und Stickstoffeinträge in Fliessgewässer und dem Grundwasser. Betroffen sind nach dem Gesetz alle Tierhalter. Selbst wer nur ein Pferd/Pony hat, muss zwar nicht melden, auf Nachfrage der Düngebehörde dennoch Auskunft geben, die baurechtlichen Anforderungen vorhalten und was mit dem Pferdemist passiert erklären. Jeder Tierhalter, gewerblicher, privater und landwirtschaftlicher Art, hat eine Dokumentationsverpflichtung. Ebenso hat jeder Tierhalter für seine Flächen die Bedarfsermittlung für die Ausbringung von Stickstoff und Phosphor unter Berücksichtigung des eigenen Wirtschaftsdüngers anzufertigen. Bei Überprüfungen vor Ort werden die Flächenausstattung, die Lagerkapazität von Wirtschaftsdünger und der Tierbestand überprüft und mit den Meldestellen, z. B. Tierseuchenkasse, abgeglichen. Wenn festgestellt wird, dass gesetzliche Vorgaben nicht eingehalten werden, wird grundsätzlich die untere Wasserbehörde unterrichtet. Dies ist gesetzlich vorgeschrieben. Mit dem neuen Düngegesetz ist die Düngebehörde – ansässig bei der Landwirtschaftskammer- befugt, autorisierte Daten mit der Tierseuchenkasse, mit dem Veterinäramt, Bauämtern und den Immissionsbehörden abzugleichen. Herr Kleemeyer weist ausdrücklich darauf hin, dass sich Nutztierhalter ausnahmslos beim Veterinäramt registrieren lassen müssen.
Bei einer ganzjährigen Outdoor-Haltung ist keine Lagerstätte erforderlich. Hierzu ist der Nachweis zu führen, dass zu keinem Zeitpunkt Tiere im Stall gehalten werden.
Lagerung von Mist unter überdachten Flächen ohne abgedichtetem Untergrund ist nicht statthaft. Ein sammeln von Pferdemist in geschlossenen Containern wird von Seiten der Behörden als sehr problematisch angesehen.
Dies gilt auch für reine Hobbytierhalter und liegt am eventuellen Krisenfall (Tierseuchen).
Bei Wirtschaftsdüngern des eigenen Betriebes sind die Inhalte zu beproben und in die Düngebilanz einzusetzen. Wer dies für zu aufwendig hält, hat die Möglichkeit über die von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen herausgegebenen Tabellen und Fachblätter seinen Düngerbedarf zu ermitteln.
Vor dem Ausbringen muss jeder Betrieb einen Nachweis über die Gehalte von Gesamtstickstoff, Ammonium und den Gesamtstickstoffgehalt im Boden führen und Bodenproben ziehen. Dies ist für die Dokumentation noch nicht genug. Zur Düngebilanz ist eine Stoffstrombilanz zu erstellen, die die zu- und abgeführten Nährstoffmengen des Betriebes an Stickstoff und Phosphor ermittelt und mit der neuen Düngeverordnung ebenso nach Bundesrecht verpflichtend ist.
Die Empfehlung des Herrn Kleemeyer ist für kleinere Betriebe sich bei der Landwirtschaftskammer zu erkundigen, ob eine Befreiung für den eigenen Betrieb vorliegt.

 
 

 

 

Fassungsvermögen für die Lagerung von Wirtschaftsdüngern

Grundsätzlich müssen die Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger betriebsspezifisch ausreichend bemessen sein, um die Verbotszeiträume überbrücken zu können. Für flüssige Wirtschaftsdünger (Gülle, Jauche, Gärreste, Sickersäfte, Niederschlagswasser und nicht abpumpbarer Reste) sind
mindestens 6 Monate vorzuhalten. Ab 2020 benötigen Betriebe mit Tierbesatz über 3 GV/ha oder ohne eigene Aufbringungsflächen mindestens 9 Monate Lagerkapazität sowie alle Betriebe, die Festmiste oder Kompost erzeugen, für diese Stoffe zwei Monate Lagerplatz."



Vorkehrungen sind zu treffen um ein Auswaschen des Festmistes zu verhindern. Hierzu sind Überdachungen oder Abdeckungen erforderlich.
Geforderte und nachzuweisende Lagerstätten für JGS, ( Jauche, Gülle und Sickersäfte ) sind durch eine Baugenehmigung und durch eine Abnahmebescheinigung durch das Bauamt nachzuweisen. Für genehmigte Gebäude besteht ein Bestandsschutz. Der Bestandsschutz wird mittlerweile bei jedem Genehmigungsverfahren überprüft. Alles wofür es keine Genehmigung gibt, sind illegale Bauten, ob eingemessen oder nicht. Eine Nachgenehmigung ist somit erforderlich. Dies trift zu für alle Veränderungen, die vorgenommen wurden. Daher ist es wichtig wenn alte, mit einem grünen Stempel versehenen Bauunterlagen / Gebäudebeschreibungen aufbewahrt und bei einem Ankauf eines entsprechenden Gebäudekomplexis mit erworben werden. Wenn Änderungen an genehmigten Anlagen vorgenommen werden, erlischt die ursprüngliche Genehmigung. Zu jedem neuen Baugenehmigungsverfahren gehört ein Immissionsgutachten in einem Radius von 1000 m um den Betrieb. Bei fehlender Genehmigung für die entsprechende Tierart und dem fehlenden Nachweis der fachlich gebauten Anlagen, Stallungen, Zufahrten und Lagerstätten droht jedem betroffenen Betrieb die Stilllegung.

Privilegierte Gebäude im Aussenbereich oder Alleinlagen eines Betriebes sind begehrte Kaufobjekte. Hierfür müssen zusätzliche, bei der Landwirtschaftskammer zu erfragende, Kriterien erfüllt und durch eventuelle Gutachten belegt werden. Eine Hobbyhaltung ist im Aussenbereich nicht genehmigungsfähig. Gefordert wird ein Betrieb, der am Wirtschaftsleben in betriebsverantwortlicher Form teilnimmt. Mindestanforderung dafür ist bei einem pferdehaltenden Betrieb die Mindesthaltung von 4 Zuchtstuten und wo deren, über 4 Jahre gezogene Nachzucht mitversorgt werden kann. Pachtverträge und Flächennachweise sind in entsprechendem Umfang über eine Mindestpachtdauer von 12 Jahren nachzuweisen.
Zum Schluss des Vortrages machte Herr Kleemeyer deutlich, wie die Behörden anhand von Luftbildern Dauersiloplätze und Lagerstätten verschiedenster Art ausfindig machen und Verstöße gegen die fachlichen Regeln ermitteln können.

Welcher Landwirt/Tierhalter muss nun die StoffBilV beachten?
Alle Fragen können bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter :
https://www.lwk-niedersachsen.de nachgelesen werden.

Werner Bredehöft
 
Weitere Dokumente und Links
 
http://www.lwk-niedersachsen.de  
Verband der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover e.V. - Willkommen
Vor den Höfen 32, 31303 Burgdorf
Tel. (0 51 36) 97 03 90-3, Fax -97 04 53-4
Weitere Inhalte Aktuelles
HERZLICH WILLKOMMEN
auf unserer Homepage


Abfohlmeldung - Online >>


Ponyhannover -
jetzt auch auf Facebook!

deutsche-ponyzucht.de
Die Ponyhomepage der FN!

Sonderrabatte beim Küchentreff
für Mitglieder des
Ponyverbandes Hannover

nach oben | zurück

Verband der Pony- und Kleinpferdezüchter Hannover e.V., Vor den Höfen 32, 31303 Burgdorf, Telefon 05136/9703903, E-Mail senden